Ecuador: Die Reise zum Zentrum der Welt

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„Willkommen im Zentrum der Welt.“ verkündet unser Guide in Quito selbstbewusst. Mit 2.850 m ist die „Ciudad Mitad del Mundo“ nicht nur das Zentrum, sondern auch die höchste Hauptstadt der Welt. Die besondere Bedeutung von Quito sollen bereits die alten Inkas erkannt haben – und das nur mithilfe von Sonne, Sternen und den umliegenden Bergen.

Mit der Überquerung des Äquators ändert sich nicht nur die Bezeichnung der Halbkugel, sondern auch unsere Art zu reisen. Während man in Kolumbien noch entspannt mit dem Billigflieger durchs Land jetten konnte, ist von nun an für uns Bus fahren angesagt. Einerseits ist es schon etwas nervig wenn die Reise statt 2 nun 10, 20 oder 30 Stunden dauert – andererseits können wir so auch etwas abgelegenere Orte entlang der Route entdecken – wie beispielsweise die großartige neogotische Märchenkirche in Ipiales an der kolumbianisch-ecuadorianischen Grenze. Irgendwie magisch!

Church of Ipiales - picture by Vincent Schober (no filter)
Kirche von Ipiales – Foto von Vincent Schober (kein Filter)
Canopy in Mindo
Zipline in Mindo (Bild von Alex)

Und wären wir geflogen, hätten wir nie Vincent kennengelernt – einen unglaublich sympathischen und entspannten Hauptstädter aus Österreich, der auch für mehrere Monate in Mittel- und Südamerika unterwegs ist.

Seit der Reise im Nachtbus aus Kolumbien sind wir nun eine Weile zu Dritt unterwegs. Zusammen erkunden wir die Mitte der Welt (das Mitad del Mundo Denkmal), fliegen mit in der Zip-Line durch den Dschungel von Mindo und schlemmen uns durch die Märkte von Quito.

Quito free walking tour
Quito Fee Walking Tour

Von vielen Menschen auf meiner Reise konnte ich bereits neue Dinge lernen, mich inspirieren lassen oder neue Denkanstöße bekommen. Mein aktueller Lieblingsausspruch von Vincent lautet: „Beim Reisen sind wir nicht nur Touristen im Land, sondern auch im Leben des anderen. Dort hinterlassen wir natürlich auch alle unsere Spuren.“

Mitad del Mundo - memorial for the middle of the world
Mitad del Mundo – Denkmal in der Mitte der Welt (Foto von Alex)

Mit dem neuen Touristen in meinem eben ändert sich auch mein Reisestil etwas. Während ich sonst immer ziemlich viel Zeit darauf verbringe im Voraus zu planen und zu recherchieren, welches Hostel denn das Beste ist, werde ich durch das Reisen mit den beiden Jungs entspannter.

Wir nehmen in Quito also ein Taxi in die Stadt, klopfen an die Hosteltür, schauen ob es uns gefällt und bleiben. Aus Fräulein „ich plane mal im Voraus“ wird Fräulein „ich schau mal“. Gar nicht so einfach für mich. 

Da wir ein wenig spontaner reisen, umfahren wir auch das schlechte Wetter im Naturparadies Baños und fahren statt dessen zum kleinen Surferort Montañita am Pazifik. Nach meinem Tauchunfall im Oktober ist es für mich das erste Mal, dass ich mich wieder unter Wasser traue und tauchen gehe. Es hat sich gelohnt – was für ein wunderschönes Farbenparadies.

Humboldt Current
Humboldt Strom (www.redmangrove.com)

Ich bin überrascht von der Vielfalt und Größe der Korallen, Fischschwärme und den starken kalten und warmen Strömungen unter Wasser.

Mein Tauchinstructor erklärt mir, dass der kalte Humboldtstrom aus der Antarktis dafür verantwortlich ist. In Ecuador ändert er die Richtung und vermischt sich mit dem Südäquadorialstrom. Krass, das am eigenen Körper mitzuerleben.

Diese besonderen Bedingungen bringen natürlich eine besondere Tier- und Pflanzenwelt hervor. Gerne hätte ich mir die Galapagos-Inseln angeschaut – bei den Preisen müsste ich wegen Geldmangel aber anschließend direkt nach Hause fliegen. Statt dessen schaue ich mir die Isla de la Plata – das „Galapagos des armen Mannes“ an. Zwar gibt es viele Vögel, Blaufußtölpel und auch einige Schildkröten – wirklich viel mit den Google-Resultaten für „Galapagos“ hat das jedoch nicht zu tun. Offensichtlich haben sie eine ziemlich gute Marketing-Abteilung…

Mother and child
Mutter und Kind Blaufußtölpel
Blue foot boobies - still with grey feet and so cozy
Kleiner Blaufußtölpel (noch mit grauen Füßen)
Isla de la Plata
Isla de la Plata

Aus Montañita geht es für uns wieder weiter in Richtung Süden – non-stop nach Lima in Peru. Noch niemals zuvor habe ich 34!!! Stunden in einem Bus verbracht – geschweige denn 100€ für ein Busticket ausgegeben. Täglich mal was Neues 🙂  

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