Chile: Mit Handgepäck durch Patagonien

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Wenn du dich mit der Frage ob „O“ oder „W“ beschäftigst, freiwillig bei -3 Grad draußen zeltest und dich über eine warme Dusche wie ein Schneekönig freust, dann bist du wahrscheinlich in der Wildnis Patagoniens gelandet. Interessant wird es, wenn du das Ganze – wie wir – völlig unvorbereitet angehst.

Lest hier wie man den Nationalpark Torres del Paine nur mit Handgepäck überlebt und wofür wir nachts um 3 Uhr in den Anden Schlange stehen mussten.

Wunderschöne Natur und bewegte Geschichte in Chile

Unser Weg nach Santiago de Chile 

Ich kann im Bus nicht schlafen – da hätte ich noch vor meiner Weltreise gesagt. Nach meinem x-ten Nachtbus geht mittlerweile alles. Fast alles – eine Grenzüberquerung mitten in der Nacht durch die verschneiten Anden ist dann doch nicht so wirklich optimal zum Schlafen. Zum Glück war dies mein letzter Nachtbus für diese Reise. Nachdem wir um 3 Uhr morgens nach der Passkontrolle auch noch alle vorbildlich in Reih und Glied unsere Gepäckstücke durch den Scanner geschoben haben, der Bus vom Drogen- und Obst!!!spürhund gecheckt wurde, geht es endlich weiter nach Santiago de Chile.

Sightseeing und Museumsbesuch in Santiago de Chile

Santiago entpuppt sich als eine überraschenderweise sehr untouristische Stadt. Ein paar alte, von Erdbeben verschonte Gebäude, viele Museen, ein paar Hipster-Viertel und Sehenswürdigkeiten für 2-3 Tage – alles fußläufig zu erreichen. Wäre für mich als Student sicher damals ganz nett gewesen hier ein Auslandssemester zu machen und mehr über das Land, die Geschichte und Mentalität der Chilenen zu lernen. (Offensichtlich sind die Chilenen jedoch die Deutschen Südamerikas.) Ich freue mich schon Santiago nach unserem Patagonien-Trip etwas näher kennenzulernen.

Denkmal für die Spanischen Seefahrer

Patagonien

Von meiner Reisebegleitung Alex hatte ich schon gehört, dass Patagonien jetzt nicht mal eben ein kurzer Sonntagsausflug ist und gepäckmäßig ein wenig Vorbereitung benötigt. Prima – denn mein Reisegepäck besteht im Wesentlichen nur noch aus Shorts, Tops, einer Jeans, einer Leggins und zwei Sweatjacken. Meine wärmste Jacke – die Regenjacke, die ich mir nach über unserem Raubüberfall zwangsweise zulegen musste.

Wenig warme Klamotten heißt auch wenig Gepäck – also perfekt, um ein paar Pesos zu sparen und nur mit Handgepäck loszureißen – dachte ich.

Pinguine auf der Isla Madgalena

In Punta Arena angekommen, haben wir Glück, die allerletzten Pinguine auf der Isla Madgalena antreffen zu können.

Pinguine auf der Isla Magdalena

Als wir bei schaukelnder See, Sturm und Regen die durchlöcherte Insel betreten, machen sich bereits 15 weitere Tiere auf den Wegs ins warme Brasilien – ich kanns ihnen nicht verdenken. Schon nach 3 Minuten sind wir dank des peitschenden Regens nass bis auf die Unterhose und frieren wir Hulle. Also müssen definitiv neue Klamotten her – It’s shopping time!

Mit Daunen-Jacke und unzähligen neuen Thermo-Klamotten ausgestattet, geht es los in Richtung des Torres del Paine Nationalparks – auf zur großen Wanderung.

Nationalpark Torres del Paine – der „W-Trek“

“O” oder “W” – also die große oder die kleine Runde – 8 oder 4 Tage im Chilenischen Herbst.

Foto: https://toraadventure.wordpress.com/2014/11/13/torres-del-paine-hiking-the-o-circuit-day-434/

Aus Zeitgründen (natürlich nur deswegen :-P) haben wir uns diesmal für das „W“ entschieden.

Erste Nacht auf dem W-Trek

Übernachtet wird im Zelt, denn eine Übernachtung im Mehrbettzimmer in einer der wenigen Berghütten kostet mal eben 95 USD pro Person und Nacht. Allerdings gönnen wir uns die abendlichen Dreigangmenüs der Restaurants. Gut so, denn jeder von uns könnte nach den anstrengenden Tageswanderungen mit 14-15 kg Gepäck locker eine ganze Kuh vertilgen. 

Lago und Gletscher Grey und der „Toblerone“ Berg

Die nächsten Tage wandern wir vorbei an wunderschönen Bergseen, gefrorenen Steinstränden, verzauberten Märchenwäldern und genießen atemberaubende Panoramen. Allerdings begegnen uns auch zahlreiche abgebrannte Bäume – ein Tourist hatte vor einigen Jahren durch Unachtsamkeit einen Waldbrand ausgelöst und einen großen Teil des Nationalparks vernichtet.

Wunderschöne Landschaftsbilder

Am Torres del Paine Bergsee angekommen, sind wir stolz und happy, es geschafft zu haben: 4 Tage, zahlreiche Kilometer mit Gepäck auf dem Rücken – Well done girls. 

Am Ziel angekommen – Las Torres

Mit mehr Vorbereitung und bei wärmeren Temperaturen hätten wir sicherlich auch das „O“ geschafft. Jetzt bin ich allerdings nur happy meinen Muskelkater im warmen Santiago de Chile auszukurieren.

In Santiago selbst treibt es mich bis auf einige Museum- und Restaurantbesuche allerdings kaum aus dem zugegebenermaßen sehr gemütlichen Hostel – irgendwie bin ich etwas reisemüde. Knapp 5 Monate Südamerika waren für mich genug und ich freue mich jetzt schon riesig auf Neuseeland – das letzte Land meiner Weltreise.

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