Malediven (Teil 1): Als Quizmoderator im Urlaubsparadies

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Heute ist tatsächlich meine Probezeit vorbei. Zeit endlich mal etwas über das Leben auf den Malediven zu schreiben. Seit drei Monaten arbeite ich schließlich schon dort, wo andere Urlaub machen. Jeden Tag unzählige Blautöne, weißer Sandstrand, grüne Palmen vor der Nase. Ein absolutes Traum-Urlaubsziel. 

Sonnenuntergänge wie bei Caspar David Friedrich

Mehrmals täglich fahre ich in meiner rot-weißen Uniform auf der Dhoni, einem traditionellen maledivischen Holzboot, neue Gäste vom Wasserflieger abholen.

Mein neues zu Hause

Kaltes Gesichtstuch, Kokosnuss, Check-In, Inselführung in wahlweise deutsch, englisch, französisch oder spanisch, kurz das Resort und den Bungalow erklären und einen schönen Urlaub wünschen. Willkommen an meinem neuen Arbeitsplatz im Urlaubsparadies.

 

Während ich noch vor einigen Wochen als Backpacker in Neuseeland unterwegs war, betreue ich jetzt eben Gäste auf den Malediven. Schon toll, die Möglichkeit zu haben, immer mal wieder in eine neue Rolle zu schlüpfen. 

Wer mich kennt, weiß dass ich immer gerne Gäste habe – jetzt eben nicht in meiner 62qm großen Wohnung in Hamburg sondern auf einer 600x200m großen Insel im Baa-Atoll.

Lokale Schule auf der Nachbarinsel
Ja, ich arbeite – und Gästebetreuung beim Moonlight BBQ

Hier bin ich 8 Stunden am Tag, 6 Tage die Woche als Gästebetreuer und Tourguide unterwegs, erkläre in Exkursionsuniform den Gästen das Leben auf den lokalen maledivischen Nachbarinseln, zeige bei der „Führung hinter die Kulissen“ unser Resort von innen oder bin Gastgeber beim nachmittäglichen Willkommenscocktail.

Abends verwandle ich mich je nach Dienstplan mal in einen Quiz- oder einen Karaoke-Moderator, kündige die traditionelle maledivische Bodu-Beru Tanzgruppe an, annonciere den Film unserer Tauchschule oder tanze barfuss am Strand zu „Despacito“. Gästebetreuer auf den Malediven – definitiv ein abwechslungsreicher Job.

 

Manchmal bin ich auch Blumenmädchen

Tatsächlich schleicht sich aber auch beim Leben im Paradies der Alltag ein. Arbeit ist immer noch Arbeit – auch wenn man dabei tagtäglich bei 29 Grad barfuß läuft. (Mama würde jetzt sagen deswegen heißt es ja auch Arbeit und nicht Urlaub)

Tatsächlich hat das Leben auf einer Resortinsel jedoch auch so einige Vorteile, die man in der Routine so schnell als selbstverständlich hinnimmt und nicht mehr zu schätzen weiß.

Delfine vor der Haustür

So muss ich nicht einkaufen, habe jeden Tag ein riesiges Frühstücks-, Mittags- und Abendessen-Buffet, mein Zimmer, dass ich mir mit einer Kollegin aus St. Petersburg teile, wird zweimal die Woche gereinigt, meine Uniform bekomme ich  gewaschen und gebügelt zurück. Klingt nach einer Kombination aus Hotel Mama und einem Leben im Reisekatalog. 

Familie und Freunde an der Wand 🙂

Wie auf der Weltreise fehlen mir hier auf der Inseln jedoch auch meine Freunde und Familie, um die schönen Erlebnisse zu teilen. Liebgewonnene Gäste gehen nach spätestens zwei Wochen wieder. Am Wochenende mal zu einem Shoppingbummel, ins Kino, Theater oder einfach mal in eine andere Stadt – geht hier leider nicht.

Freier Tag unter Wasser

Und eine Insel mit 350 Mitarbeitern – darunter 30 Frauen – ist nicht viel anders als ein Büro. Einmal zu oft mit jemandem essen gehen oder zweimal mit zu oft zusammen um die Insel laufen und schon ist man die potentielle vierte Ehefrau – nicht, dass ich das vorhätte 😉

Was mir am Reisen so gut gefallen hat, waren die vielen neuen Inspirationen und Gedankenanstöße. Auch hier auf der Insel treffe ich noch auf Bandmitglieder, Profi-Fußballer, Marathonläufer, Lebenscoaches und sogar ehemalige Weltreisende.

Schnorcheln mit Manta Rochen

Im Gegensatz zu meiner Reise muss ich jedoch nicht mehr schauen, wo ich am nächsten Tag schlafe und wann der nächste Nachtbus ins Nachbarland fährt. Vor der Arbeit gehe ich joggen, schnorcheln oder am freien Tag ab aufs Boot und mal abtauchen.

 

Sunset-Bar – ein guter Platz zum Nachdenken

Ich bin auf dem besten Weg die vielen Eindrücke meiner Weltreise endlich auch einmal sortiert zu bekommen, wieder im Alltag anzukommen und weiter an meinem Plan für „die Zeit nach der Weltreise“ zu basteln.

Gestern Abend habe ich die Gäste in unsere Hauptbar mit Erfolg mit einem Weltreise-Quiz unterhalten, bei dem es den Ort und die Namen bekannter Monumente zu erraten galt. Ein Großteil der Bilder stammte von meiner eigenen Reise – Mission Eindrücke verarbeiten erfolgreich gestartet – und das sogar mit Beamer und Großbildleinwand.

Mal schauen, was die nächsten drei Monate im Paradies so bringen. Hoffentlich macht die Regenzeit ihrem Namen nicht alle Ehre. Ich halte euch auf dem Laufenden.

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