Paris: Von Claude Monet, Demonstranten und der Fussball EM

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Bereits seit einer Woche bin ich in Paris und dieser Besuch ist definitiv anders als die letzten Male.

Einerseits ist die Stadt trotz des verregneten Sommerwetters dank der vielen Fussball-Fans viel bunter. Andererseits bewege ich mich wegen der doch eher angespannten Sicherheitslage nicht mehr so unbeschwert wie bei meinen letzten Besuchen durch die Stadt. Aber erstmal der coole Part – die Fussball-EM.

FUSSBALL

Wer mich kennt weiß, dass ich insbesondere bei großen Turnieren ein riesiger Fussball-Fan bin. Ich genieße die Stimmung im Stadion und liebe die internationale Atmosphäre drumherum. Umso toller ist es für mich als Zuschauer-Volunteer bei allen Spielen direkt im Pariser Stadion Stade de France dabei sein zu können.

Spectator Volunteer bei der EURO2016
Spectator Volunteer bei der EURO2016

Vor dem Spiel der Deutschen schaue ich am Tag vorher beim Abschlusstraining zu, unterstütze am Spieltag meinen Teamleiter als Übersetzerin auf der Haupttribüne bei Problemen (offensichtlich hat man tatsächlich 97% französische Volunteers eingestellt) und schlendere nach dem doch eher mageren 0:0 mit meinem polnischen Volunteer-Kollegen gemütlich an den Mannschaftsbussen vorbei (für solche Aktionen sollten man übrigens nicht unbedingt das letzte WM-Trikot mit nur 3 Sternen anhaben – gibt verwirrte Blicke).

DEMONSTRANTEN

Für die restlichen Spiele bleibe ich die erste Woche überwiegend in meinem Hostel und schaue mit Iren, Schweden und Schweizern in der dazugehörigen Sportsbar oder in einem nahe gelegenen Irish-Pub.

Da ich jedoch auch einmal die Atmosphäre des Fanfests am Eiffelturm miterleben wollte, habe ich mir dafür das unemotionale Spiel Österreich-Ungarn ausgesucht.

Den ganzen Tag bereitete sich die Polizei in der Stadt bereits für die Aufstände der Demonstranten gegen die Arbeitsmarktreform vor.

In weiser Voraussicht eines turbulenten Abends hatte ich mich bereits in der Halbzeitpause auf den Weg zum sicheren Hostel gemacht. Kurz darauf wurden alle Eingänge zum Fanfest abgeriegelt, da die Demonstranten die Polizisten offensichtlich mit Feuerwerkskörpern attackierten. Dazu kommen noch die Terrormeldungen aus der Nähe von Paris. Ein riesiges Polizeiaufgebot ist überall in der Stadt präsent.

Bei all dem Trubel in Paris ist mir ist hier doch schon etwas mulmig zu Mute – die Pariser mit denen ich gesprochen habe zeigen jedoch keine Angst – was sollen sie auch machen – nach Marseille ziehen???

Amerikanerinnen aus meinem Hostel waren sogar etwas verwundert über meine Befürchtungen und gingen kurz darauf mit dem Kommentar „We Americans love memorials“ zum Bataclan Denkmal – die kleine Chinesin im Bett über mir hat mehr Bammel vor den afrikanischstämmigen Franzosen rund um unser Hostel als vor irgendetwas anderem. Offensichtlich ist das individuelle Sicherheitsbedürfnis bei uns Deutschen (oder vielleicht auch nur mir) etwas stärker ausgeprägt.

Paris Sightseeing
Paris Sightseeing

CLAUDE MONET

Zweimal bin ich dann doch tatsächlich auch mal in der Innenstadt unterwegs* – einmal mit meiner Freundin Urte aus Hamburg und ihrer Pariser Freundin Anne und ein weiteres Mal im Musée d’Orsay, um Claude Monet, Vincent van Gogh und Paul Cezanne einen Besuch abzustatten. Ganz kann man sich ja auch nicht verkriechen 🙂

*kleine Anmerkung: das ist mein 5. oder 6. Paris-Besuch – ich habe also schon die letzten Male einiges in der Stadt gesehen

Bis zum nächsten Spiel Deutschland-Nordirland werde ich den unverschämten Pariser Preisen entfliehen und noch ein wenig durch Frankreich reisen. Ich wollte schon immer zum Mont Saint-Michel – also erstmal ab in die Bretagne nach Rennes.

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Deutschland und Amsterdam: Energie tanken bei Family und Friends

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Ob mit 27 fremden Menschen im Hostelzimmer oder im 16-Stunden Nachtzug bei über 30 Grad in Myanmar – neben allen wunderschönen Erlebnissen und Eindrücken ist eine Langzeitreise manchmal auch anstrengend.

Umso schöner war es für mich, die letzten 14 Tage bei und mit Familie und Freunden neue Energie zu tanken.

0c7218e8913f7200c12bf99fe00bd0ecOb bei leckeren Klößen mit Rouladen in Rödental, tollem Erdbeerkuchen und entspannten Abenden auf der Terrasse in Frankenblick, leckerem Bratwurst-Grillen und American Football schauen in Dresden, großem „Hallo“ mit leckerem Essen und tollem Wein in Hamburg, entspannten Nachmittagen und lustigem Kegeln in den Dürer Stuben in Neukirchen-Vluyn oder einem leckeren Drink am Ufer der Amsel in Amsterdames waren wunderbare (augenscheinlich sehr Food-lastige) 14 Tage mit euch!!! 

Tausend Dank an meine Familie und Freunde für den tollen, herzlichen Empfang und für die großartige Gastfreundschaft!

Family time in Frankenblick, Rödental und Dresden
Family time in Frankenblick, Rödental und Dresden

Was mir an Deutschland als Erstes auffällt?

  • Wie grün und sauber alles ist
  • Wie gut die saubere Sommerluft riecht (ja, China hat mich geprägt)
  • Wie schnell die Menschen (insbesondere in Hamburg und Amsterdam) unterwegs sind
  • Dass die Deutsche Bahn offensichtlich nach wie vor immer noch ständig zu spät kommt 🙂

Was ist (neben dem Essen, Währung, Klima, etc.) für mich hier anders als in Asien?

  • Ich werde endlich mal nicht überall angestarrt und fotografiert (man vermisst das anfangs ja schon etwas ;-))
  • Ich remple ständig Leute an, da ich immer noch auf der linken Seite gehe
  • Ich habe ziemlich lange Jetlag, bin dementsprechend müde und friere (20 Grad Temperatursturz wollen erstmal verdaut werden)

Was ich vermisst habe?

  • Natürlich von so vielen vertrauten Menschen geherzt zu werden 🙂
  • Grillfleisch, Obst und selbst Gekochtes zu essen
  • Draußen zu sitzen – eine Draußenkultur gibt es leider nicht überall in Asien
  • Im Supermarkt mal lesen zu können was man kauft
Relaxing with friends in Hamburg, Neukirchen-Vluyn und Amsterdam
Relaxing with friends in Hamburg, Neukirchen-Vluyn und Amsterdam

Was ich mir am Flughafen als Erstes gekauft habe?

  • Einen deutschen Apfel und zwei Becher Birchermüsli – ja, Mädchenessen 😉
My new mission: EURO 2016
Meine neue Mission: Zuschauer-Volunteer bei der EURO 2016

Nachdem ich zu Hause etliche unnütze Sachen aus meinem Rucksack aus- und ein paar stadttauglichere Klamotten für Europa eingepackt habe, bin ich schon wieder unterwegs zu meiner nächsten Station – als Zuschauer-Volunteer werde ich bei der EM in Paris im Stade de France arbeiten und natürlich berichten 🙂