Uruguay und Argentinien: Von Vegetarier-Rassismus, Häuserimporten und angetrunkenen Radfahrern

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„Du darfst in unserem Land alles sein, jede Religion haben, Männer oder Frauen lieben – da sind wir tolerant. Nur eins darfst du auf keinen Fall – Vegetarier sein! Das schadet unserer Wirtschaft“.

Klingt dramatisch, aber ein wenig kann ich unseren Guide in Montevideo schon verstehen. Das kleine Land Uruguay hat mittlerweile den großen Nachbarn Argentinien als einer der größten Rindfleischproduzenten überholt und ist absolut abhängig von diesen Wirtschaftszweig.

Mir soll’s recht sein. Während es in Bolivien fast nur Fisch oder Hühnchen gab, freue ich mich nun auf großartige Steaks, leckeren Wein und noch dazu treffe ich meine Freunde Linda, Peter und Kade wieder. Lest hier über unsere Zeit in Montevideo, Colonia de Sacramento, Buenos Aires und Mendoza.

Wunderbarer Sonnenuntergang in Uruguay

Uruguay

Als ich letztes Jahr losgereist bin, hatte nicht auch nur im Traum daran gedacht, dass ich mal für ein paar Tage nach Uruguay reisen würde. Schon jetzt zieht es mich irgendwie zurück und ich möchte irgendwann das Land für längere Zeit bereisen.

Palacio Salvo – das Schwestergebäude steht mitten in Buenos Aires. Ursprünglicher Plan: Man kann sich sehen, wenn man auf der Spitze steht. Hat nicht so ganz funktioniert…

Als ich selbst noch in Rio unterwegs war, tourten meine Nachtbus-Freunde Peter und Kade bereits die Küste Uruguays hinunter und schickten mir natürlich regelmäßig Neidisch-Bilder von traumhaften, verlassenen Stränden, saftig grünen Hügeln, wilden Küstenlandschaften und Meeresalgen, die im Dunkeln leuchten. Ich konnte es kaum abwarten, endlich selbst nach Uruguay zu kommen.

Colonia de Sacramento

Es hat sich definitiv gelohnt. Bereits die Hauptstadt Montevideo und Colonia de Sacramento haben bei mir schon gereicht, um mich für das Land zu begeistern. Alles wirkt entspannt, aufgeräumt und müßiggängig – perfekt nach der aufwühlenden Zeit in Rio.

Romantische Atmosphäre
Charmantes Colonia de Sacramento

Als großes Finale bevor es für uns nach Argentinien gehen sollte, präsentierte Uruguay uns noch einmal einen der schönsten Sonnenuntergänge meiner Reise. Hahhhhhhhh. 

Leider legte am nächste Tag schon die Fähre nach Buenos Aires ab. Och nö – ich bin doch immer noch seekrank!

Argentinien

Politik in Argentinien – ist ein großes Thema

Während in Bolivien ein Großteil der Bevölkerung indigenen Gruppen angehört und die Bevölkerung im Einwanderungsland Uruguay sowieso sehr gemischt ist, besitzen eine Vielzahl der Argentinier italienische Wurzeln. Deshalb trifft man in Buenos Aires auch viele lebensfrohe, leidenschaftliche und sehr kommunikative Menschen, die mit absolut jedem Körperteil kommunizieren können – ganz die Italiener. Auch spielt Essen in Argentinien eine große Rolle und es gibt – vor allem für Fleischesser – unzählige gute Restaurants :-).

Architekturmix in Buenos Aires

Als architekturbegeisterter Europäer musste ich die Gebäude in Buenos Aires einfach lieben. Alles fühlt sich an als wäre man in Paris, London und auch ein kleines bisschen wie in Hamburg – in jedem Straßenzug findet man gefühlt eine andere europäische Großstadt wieder. Das ist auch nicht ohne Grund so. Da es früher als schick galt, etwas Europäisches zu haben, wurden von den damals sehr wohlhabenden Argentiniern kurzerhand eben Brunnen, Säulen und ganze Häuserfassaden aus Europa importiert. Wenn in Buenos Aires also etwas französisch aussieht, ist es das mit hoher Sicherheit auch.

Modernes Buenos Aires

Dank Kades super Kontakte konnten wir mit einem Freund von ihr einen Tag lang die Stadt mit dem Rad erkunden und hierdurch deutlich die große Vielfalt der Stadt kennengelernt. Während einige Gegenden super schick und modern sind, kämpfen andere noch mit den Folgen der Rezession vor wenigen Jahren. Der Peso ist weiterhin relativ instabil und in vielen Ecken der Stadt gibt es geduldete Schwarzmärkte zum Devisentausch. Die meisten Preise für Touristen werden in USD angegeben.

Trotzdem ist die Stadt absolut sehens- und erlebenswert. Gerne wären wir noch länger in Buenos Aires geblieben statt nach Mendoza weiterzureisen. 

La Recoleta – unglaublich beeindruckender Friedhof auf dem sich auch das Grab von Evita befindet

Offensichtlich sind Linda und ich beide etwas verwöhnt von den wunderschönen Chateaus, traumhaften Weinstraßen und dem Flair der französischen Weinregionen, die wir beide schon zur Genüge besucht haben, sodass uns die Bike&Wine Tour in Maipu – dem Weindorf in der Nähe des sehr industriellen Mendozas – leider nicht so mitgerissen hat.

Wine Tour in Maipu (Mendoza)

Bei dicken Wolken, holprigen staubigen Straßen und knapp vorbeirasenden LKWs und Autos will nicht wirklich Genießer-Stimmung aufkommen. Olivenöl und ein paar Gläser Rotwein probieren und dann zurück nach Mendoza. Linda und ich sind uns einig – schon toll, was wir in Europa alles haben.

Schon geht es weiter in mein letztes Land in Südamerika – Chile. Freut euch auf großartige Bilder aus Patagonien. Und natürlich nehmen wir mal wieder nicht das Flugzeug nach Santiago de Chile – letzter Nachtbus unserer Reise – here we come!

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2 Gedanken zu “Uruguay und Argentinien: Von Vegetarier-Rassismus, Häuserimporten und angetrunkenen Radfahrern

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