Nepal – Kultur, Krankenhaus und Krematorium in Kathmandu

Schonmal in Kathmandu im Krankenhaus gewesen? Nein? Ich kann diesen Punkt jetzt ungeplanter Weise auf meiner Bucket-List abhaken.

Kathmandu flashed mich gerade. Nach dem doch sehr entspannten Start in Thailand ist Nepal noch einmal eine völlig andere Nummer.

Überall in der Stadt sieht man noch vom Erdbeben eingestürzte Gebäude – viele der Hotelmitarbeiter erzählen mir, dass ihre Familien – auch im immer noch andauernden nepalesischen Winter – in Zelten leben. Zusätzlich gibt es seit September 2015 im Süden des Landes ein (inoffizielles) Embargo durch Indien, welches zu kilometerlangen Schlangen an den Tankstellen und festgelegten Zeiten für staatlichen Strom führt. Medizinische Versorgung ist teuer und die staatliche Rente beträgt gerade einmal 4€ – pro Monat.

Und dennoch begegnen die Menschen mir in Nepal mit einer unglaublichen Freundlichkeit und Ruhe wie ich sie selten erlebt habe, fragen interessiert nach, um mehr über meine Lebensumstände in Deutschland zu erfahren und erzählen ganz offen von ihrem eigenen Leben. Neid oder Missgunst gibt es nicht – jeder hat hier eben seinen Platz in der Gesellschaft.

Religion bestimmt den Alltag
Religion bestimmt den Alltag

Das Leben in Nepal ist stark von religiösen Werten geprägt – Karma, Dharma und das Ziel dem Kreislauf der ständigen Wiedergeburt zu entfliehen und ins Nirvana einzugehen bestimmen das Handeln der Menschen.

Gebete werden je nach Anlass an Brahma (den Schöpfer), Vishnu (den Erhalter) oder Shiva (den Zerstörer) gesendet. Überall finden sich die Naturelemente des Universums wieder– auch in den Gebetsflaggen (blau für Himmel/Raum, weiß für Luft, rot für Feuer, grün für Wasser und gelb für Erde.

Freiluftkrematorium in Kathmandu
Freiluftkrematorium in Kathmandu

Etwas irritierend war für mich heute das Freiluft-Krematorium am Pashupatinath Tempel. Die Verstorbenen werden von ihrer Familie direkt am Ufer des heiligen Flusses verbrannt und die Asche anschließend in den Fluss gestreut, sodass der Mensch, welcher ja ein kleines Universum ist, sich mit dem großen Universum vereinigen und wiedergeboren werden kann.

Mit Muga an der noch zerstörten Stupa von Bodnath
Mit Muga an der noch zerstörten Stupa von Bodnath

Diese interessanten Einblicke habe ich heute durch Muga bekommen – einem Freund der Arbeitskollegin meiner Mutter, der auch als Guide und Bergführer arbeitet. Ich bin schon unglaublich aufgeregt, denn morgen bin ich bei ihm und seiner Familie eingeladen.

Am Sonntag geht’s dann los auf die große Trekkingtour– ich hoffe, dass bis dahin mein entzündeter Zeh, wegen dem ich übrigens im Krankenhaus war, wieder besser ist.

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2 Gedanken zu “Nepal – Kultur, Krankenhaus und Krematorium in Kathmandu

  1. Gabi Karl

    Hallo Antje,
    ich verfolge sehr interessiert Deine Reiseberichte und finde es toll, somit Einblicke in andere Länder, andere Sitten zu bekommen. Du erlebst das hautnah natürlich viel intensiver und abenteuerlicher! Wir wünschen Dir aus der Heimat noch viele tolle Erlebnisse, interessante Bekanntschaften – was Dir ja leicht fällt – und wenig Krankenhausbesuche…Genieße die Zeit in vollen Zügen!
    Alles Liebe von Gabi & Familie

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