Raus aus dem Lagerkoller nach Québec City und Ottawa

Und, wo kommst du her? Meine reiseerfahrenen Freunde haben mich schon gewarnt – auf einer längeren Reise mag man irgendwann diese Frage nicht mehr hören.

Während ich in der ersten Hostel-Arbeitswoche noch Spaß daran hatte, neue Leute kennenzulernen und abends rauszugehen, habe ich mich in der zweiten Woche nach der Arbeit trotz Bombenwetter immer mehr zurückgezogen, viel gelesen, Filme geschaut und – mag mag es kaum glauben – kaum mehr gelächelt. Wasn da los? Nun, offensichtlich habe ich einen Lagerkoller…

Bereits nach China hatte ich dieses Gefühl schon einmal – schlecht drauf und ohne Grund genervt von allem Möglichen. Ich brauchte offensichtlich wieder mal einen Kulissenwechsel!!! Damals bin ich zum Yoga&Meditations-Retreat auf die Philippinen geflogen. Das wäre jetzt wohl ein wenig zu weit.

Also geht es in meiner letzten Woche im kanadischen Osten nach dem Frühstücksdienst im Hostel für mich nach Québec und Ottawa – mal raus aus der Stadt, mal wieder Tourist sein, in einem Restaurant zu Abend essen statt in der Hostelküche neue Ankömmlinge nach ihrer Lebensgeschichte auszufragen.

Tolle Natur in Québec City
Tolle Natur in Québec City

Mit 2-3 Stunden Busfahrt sind beide Städte von Montréal aus gut in einer Tagestour zu erreichen.

Als einzige befestigte Stadt Nordamerikas hat Québec einen sehr europäischen Charme und kommt mir mit den robusten dunklen Kalksteinhäusern vor wie eine Mischung aus dem Best-Of französischer und englischer Spätmittelalterstädte. Wie in Montréal findet man auch hier wieder viele kleine Cafés, traditionelle québecoise Restaurants und es gibt wieder diese tolle „Draussenkultur“, die mir in Asien oft gefehlt hat.

Allerdings muss ich in Québec alle meine Bestellungen immer mehrmals wiederholen – das in Québec gesprochene Französisch ist doch nochmal ein anderer Schnack als das Pariser Hochfranzösisch und klingt sehr Englisch angehaucht. Québequoise war damals natürlich nicht Bestandteil unseres Lehrplans 🙂

Québec City
Québec City – zweisprachige Straßenschilder, weiterer Blick übers Wasser und das meist fotografierte Hotel Kanadas – Château Frontenac

Mit einer Mischung aus Natur, traditionellem Baustil und einem weiten Blick aufs Wasser hat mir mein Kurzbesuch in Québec sichtlich gut getan und ich kann wieder lächeln. Bin gespannt auf den Regierungssitz Ottawa am Donnerstag – sicherlich frage ich danach erstmal alle Neuankömmlinge im Hostel woher sie kommen…:-)

Am Samstag ist die Zeit in Montréal dann auch schon zu Ende und ich ziehe weiter Richtung Westen nach Calgary. Dort erwartet mich die süße Carrie, die ich in der Hosteldusche in Taipeh kennengelernt habe. Man sieht sich offensichtlich doch immer zweimal 🙂

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